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98 KandidatInnen im Rennen um den SAGW-Nachwuchspreis

Heinz Nauer

58 Forscherinnen und 40 Forscher haben sich für den Nachwuchspreis 2021 beworben. Die Dossiers bilden einen Querschnitt durch die Forschungslandschaft.

Die SAGW vergibt jährlich einen Preis für herausragende wissenschaftliche Aufsätze in den Geistes- und Sozialwissenschaften an Schweizer Nachwuchsforschende (mehr zum SAGW-Nachwuchspreis). Für die Ausgabe 2021 haben sich 58 Forscherinnen und 40 Forscher beworben. Die Kandidaturen decken rund 20 Schweizer Universitäten, Hochschulen sowie weitere Forschungsinstitutionen ab. Das disziplinäre Spektrum der eingereichten Beiträge ist erneut breit. Wie schon im Vorjahr ist die Psychologie mit 18 Kandidaturen am stärksten vertreten (Grafik 1).

Frauen in der Mehrzahl – ausser in vier Disziplinen

Die Dossiers der Kandidatinnen und Kandidaten lassen sich als eine BestandesaufnahmeBestandsaufnahme der geistes- und sozialwissenschaftlichen Forschung in der Schweiz lesen. Rund 60 Prozent der Bewerbungen, ein so hoher Anteil wie noch nie, kommen von Frauen. Dies spiegelt den hohen Frauenanteil in den Geistes- und Sozialwissenschaften: Rund 68 Prozent aller Studierenden von geistes- und sozialwissenschaftlichen Fächern in der Schweiz sind Frauen (gegenüber 51 Prozent über alle Fächer gesehen); bei den wissenschaftlichen Mitarbeitenden sind es rund 53 Prozent. Beim Nachwuchspreis 2021 kehrt sich dieses Verhältnis jedoch in drei Disziplinen um: So kandidieren jeweils mehr Forscher als Forscherinnen in den Fächern Geschichte (10:4), Erziehungswissenschaften (2:1) und Ethnologie, Philosophie (3:1) und Volkskunde (1:0).

Internationale Ausrichtung: Viele englischsprachige Artikel

Fast alle Kandidatinnen und Kandidaten (über 90 Prozent) sind derzeit in befristeten Anstellungen tätig, als Assistenten, Postdocs, Doktorandinnen oder in anderen Positionen. Ein Drittel davon sind an einer Westschweizer Hochschule angestellt, womit diese im Verhältnis der Sprachregionen leicht übervertreten sind (Grafik 2). Nicht zuletzt zeigt sich die internationale Ausrichtung der Forschung: Fast als zwei Drittel der eingereichten Texte (66) sind auf Englisch verfasst (Grafik 3). Das übrige Drittel verteilt sich auf Deutsch (17), Französisch (13) und Italienisch (2).

Kandidaturen nehmen zu – Rekordjahr 2019 bleibt unerreicht

Die zehnköpfige Jury wird in den nächsten Monaten alle Kandidaturen in einem mehrstrufigen Verfahren prüfen. Die Preisverleihung findet Ende Mai 2021 im Rahmen der Jahresversammlung der SAGW in Bern statt. Seit 2019 wird der Nachwuchspreis in dreigeteilter Form (Gold, Silber, Bronze) vergeben. Dies als Reaktion auf die starke Zunahme der Bewerbungen (Grafik 4).

Der Nachwuchspreis wurde 1996 anlässlich des 50-jährigen-Bestehens der SAGW ins Leben gerufen. Er richtet sich an Forscherinnen und Forscher in der Schweiz im Alter bis 38 Jahre und ist mit insgesamt 18 000 Franken dotiert. Einreicheschluss ist jeweils der 1. Dezember des Vorjahres.

Nachwuchspreis 2020: Die PreisträgerInnen