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Schweizerische Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften

Newsletter Januar 2019 – SAGW

SAGW – ASSH

Neue Publikation «Internationale Kooperation und Vernetzung in den Geisteswissenschaften»
Heute gilt in den Wissenschaften das Attribut «international» per se als Qualitätsmerkmal. Doch was ist unter Internationalität in den Wissenschaften zu verstehen? Wie differenziert sich diese in unterschiedlichen Fachbereichen und Aktivitäten aus? Welche hochschulpolitischen Erwartungen und Versprechen gehen mit Internationalisierung der Wissenschaften einher?
Der Bericht «Internationale Kooperation und Vernetzung in den Geisteswissenschaften» erfasst die filigranen Netzwerke und vielschichtigen Kooperationsformen der Geistes- und Sozialwissenschaften über die Landesgrenzen hinaus. Grundlage war eine explorative Studie im erweiterten Umfeld der Schweizerischen Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften. Marlene Iseli, wissenschaftliche Mitarbeiterin bei der SAGW und Autorin des Berichts, kommt zum Schluss, dass Internationalität ein relatives und von anderen Gesichtspunkten abhängiges Gütekriterium ist und damit nur eines von mehreren kontextabhängigen Kriterien zur Beurteilung von Qualität in der Forschung darstellt. Wie sich die Prozesse der Wissensgenese zwischen verschiedenen Akteuren ausgestalten, ist letztlich wohl nur durch qualitative Forschungsansätze zu rekonstruieren.

Iseli, Marlene (2019): Internationale Kooperation und Vernetzung in den Geisteswissenschaften (Swiss Academies Reports 14, 3).
DOI: http://doi.org/10.5281/zenodo.2537674

Die Publikation können Sie im Generalsekretariat der SAGW kostenlos beziehen.
Die digitale Ausgabe steht Ihnen hier zum Download zur Verfügung:
http://www.sagw.ch/de/sagw/oeffentlichkeitsarbeit/publikationen/publis-wiss-pol.html

Lesen Sie zum Thema auch den Beitrag «Internationalität der Wissenschaften im Ländervergleich – fast schon etwas widersprüchlich» von Dr. Marlene Iseli im SAGW-Blog:
https://wissenschaftskultur.blogspot.com/2019/02/internationalitat-der-wissenschaften-im.html

Zur Debatte über die Qualitätsbeurteilung in der Wissenschaft
Mehr als 20'000 wissenschaftliche Zeitschriften veröffentlichen weltweit jedes Jahr mehr als 1 Million Artikel. Und die Zahlen wachsen ständig: Gemäss einer bibliometrischen Studie verdoppelt sich der Ausstoss an wissenschaftlichen Publikationen alle 9 Jahre. Es gibt wohl kaum eine Forschungsförderinstitution, welche die Frage nach der Erneuerung der Instrumente zur Messung wissenschaftlichen Erfolgs derzeit nicht umtreibt. Die Akademien der Schweiz griffen das Verhältnis von Qualität, Quantität und Erfolg in der Wissenschaft für eine Podiumsdiskussion auf, die am 15. Februar in der Reihe «Science at Noon» im Haus der Akademien in Bern stattfand. «Das Pendulum in der Wissenschaftsevaluation scheint zurück in Richtung qualitativer Messmethoden auszuschlagen», sagte Antonio Loprieno, Präsident der Akademien, welcher die Veranstaltung moderierte.

Lesen Sie zur Veranstaltung «Qualität, Quantität und Erfolg in der Wissenschaft» den Beitrag «Wissenschaft messen zwischen Impact Factor und Losentscheid» von Heinz Nauer im SAGW-Blog:
https://wissenschaftskultur.blogspot.com/2019/01/wissenschaft-messen-zwischen-impact.html

Die SAGW beschäftigt sich schon länger mit der Frage, wie Wissenschaft sinnvoll evaluiert werden kann. Im Oktober 2018 veröffentlichte sie eine Publikation zum Thema:
Iseli, Marlene; Zürcher, Markus (2018): Zur Diskussion: Qualität vor Quantität (Swiss Academies Communications 13,5).
DOI: doi.org/10.5281/zenodo.1409674