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Schweizerische Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften

Newsletter März 2019 – Wissenschaftspolitik

Wissenschaftspolitik - Politique scientifique

«Fördergelder: Schweizer Forscherinnen sind gegenüber ihren männlichen Kollegen benachteiligt»
Artikel von Martin Amrein
16. März – Neue Zürcher Zeitung

Die Wissenschaft ist von Männern dominiert. Im Jahr 2018 stammten rund 76 Prozent der Gesuche, die beim Schweizerischen Nationalfonds (SNF) eingingen, von Männern. Wissenschaftler haben zudem eine höhere durchschnittliche Erfolgsquote als Wissenschaftlerinnen: Über alle SNF-Gesuche zwischen 2005 und 2018 hinweg sind es 55.4 Prozent gegenüber 46.5 Prozent. Dass ein «gender bias» bei der Projektförderung besteht, belegt auch eine Studie, die der SNF 2017 erstellte und nun auf dem Preprint-Server der Zeitschrift «PeerJ» publiziert hat (peerj.com/preprints/27587/). Sie zeigt, wie sich verschiedene Einflussfaktoren wie das Geschlecht, das Alter, die Disziplin oder die Nationalität der Gesuchsteller auf die Bewertung von Forschungsgesuchen auswirken. Ein Gesuch beim SNF erhielt in der untersuchten Zeitperiode durchschnittlich 0.1 Punkte weniger auf der Skala, allein weil es von einer Frau stammt. Das ist ein kleiner, aber signifikanter Effekt. In den Geistes- und Sozialwissenschaften sind die Unterschiede insgesamt etwas kleiner als in der Biologie und Medizin oder in der Mathematik, Natur- und Ingenieurwissenschaften.

Den vollständigen Artikel finden Sie hier:
nzzas.nzz.ch/wissen/schweizer-forscherinnen-nachteil-gesuchen-foerdermittel-haben-weniger-erfolg-maenner-ld.1467692

Eine Benachteiligung von Frauen bei der Evaluation von Forschungsgesuchen konnte schon in vielen Ländern nachgewiesen werden. Der Fokus der Untersuchungen liegt in der Regel auf den Naturwissenschaften.Ein Beispiel aus den Sozialwissenschaften finden Sie hier:

«Gender bias in peer review – opening up the black box»
Blog-Beitrag von Alex Holmes und Sally Hardy
08. März – Londons School of Economics and Political Science Impact Blog
blogs.lse.ac.uk/impactofsocialsciences/2019/03/08/gender-bias-in-peer-review-opening-up-the-black-box/

Lesen Sie zum Thema auch den Bericht der Europäischen Kommission «She Figures 2018»:
ec.europa.eu/info/publications/she-figures-2018_de


«Fachhochschuldozenten sollen keine Professorentitel mehr tragen»
Artikel von Quentin Schlapbach
12. März – Berner Zeitung

Das Berner Parlament möchte eine Neuausrichtung der Berner Fachhochschule. Es folgt damit einer Motion von Hans-Peter Kohler (FDP) und sieben weiteren PolitikerInnen, mehrheitlich aus dem bürgerlichen Lager. Der Vorstoss forderte unter anderem, dass eine «Verakademisierung» der Studiengänge zu verhindern sei und Dozierende an der Fachhochschule ohne eine zu den UniversitätsprofessorInnen äquivalente akademische Laufbahn auf die Führung des ProfessorInnentitels zu verzichten hätten. Das Parlament setzte damit ein Zeichen für eine praxisorientierte Fachhochschule. Die Zuständigkeit freilich liegt letztlich beim Berner Regierungsrat.

Den vollständigen Artikel zum Thema finden Sie hier:
www.msn.com/de-ch/nachrichten/other/fachhochschuldozenten-sollen-keine-professorentitel-mehr-tragen/ar-BBUGsqO


«Wenn der Geldtopf nicht mehr lockt»
Kommentar von Hansueli Schöchli
26. März – Neue Zürcher Zeitung

Die staatliche Förderagentur Innosuisse brachte 2018 nicht alle Fördergelder unter die Leute. Im Kerngeschäft der Förderung von Innovationsprojekten ging die Zahl der eingegangenen Gesuche im Vergleich zum Vorjahr um 40 Prozent zurück. Von ihrem Bundesbeitrag von rund 230 Millionen wies Innosuisse Ende Jahr einen «Budgetüberschuss» von rund 34 Millionen Franken aus. «Hat die Schweizer Wirtschaft nicht mehr so viel Lust auf Innovationen?», fragt Wirtschaftsjournalist Hansueli Schöchli in seinem Kommentar.

Den vollständigen Kommentar finden Sie hier:
www.nzz.ch/wirtschaft/wenn-der-geldtopf-nicht-mehr-lockt-ld.1470022

Die SAGW thematisierte das Thema «Innovation» aus geistes- und sozialwissenschaftlicher Perspektive im Dossier ihres letzten Bulletins. Es steht hier zum Download zur Verfügung: www.sagw.ch/sagw/oeffentlichkeitsarbeit/bulletin.html