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Schweizerische Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften

Qualitäts- und Leistungsbeurteilung

Heute bestehen Anreize, häufig und schnell Ergebnisse zu veröffentlichen. So werden beispielsweise Teilergebnisse bereits vor dem Ende einer Studie kommuniziert. Die Folgen sind unabsichtliche Falschmeldungen und eine Flut von Publikationen.

Damit ist die Frage einer angemessenen Evaluation von Forschung dringender denn je. Denn die Evaluationspraxis ist ein Instrument der Hochschulsteuerung: Mit ihr können zielführende und falsche Anreize gesetzt werden, sie prägt die Spielregeln einer akademischen Laufbahn und befördert die strategische Ausrichtung einer Forschungseinheit. Letztlich ermöglicht sie überhaupt die wissenschaftliche Freiheit und Autonomie der einzelnen Hochschulinstitutionen. 

Die Akademie setzt sich dafür ein, dass die unterschiedlichen Wissenschaftskulturen im Evaluationsprozess berücksichtigt werden. Eine gute Evaluation ist:

  • kontextbezogen
  • disziplinenspezifisch
  • bottom-up
  • mehrdimensional
  • nicht-metrisch (quantitative UND qualitative Kriterien)

Diese Prinzipien gewährleisten, dass Qualitäts- und Leistungsbeurteilungen nicht lediglich zum Selbstzweck werden.

Es ist an der Zeit, dass im universitären Feld Ergebnisse wieder debattiert und nicht gezählt werden.

Markus Zürcher, SAGW-Generalsekretär