Jahresberichte

Jahresbericht 2019

Schweizerische Gesellschaft für Skandinavische Studien

1. Wissenschaftliche Tätigkeit

Tagungen

Die Schweizerische Gesellschaft für Skandinavische Studien (SGSS) beteiligte sich im Jahr 2019 an der Ausrichtung der Tagung „Novelizations of Scandinavian Prose Literature in the Late Premodern Period. Narratological Approaches“, die am 5. und 6. Dezember 2019 in Zürich stattfand (Organisation Klaus Müller-Wille und Lena Rohrbach). An der Tagung nahmen Teilnehmer aus Deutschland, Dänemark, Island und der Schweiz teil.
Mitglieder der SGSS waren an den internationalen Workshops „Crowning Scandinavia. Indigene Kulturen in Grönland und Sápmi“ (Zürich, 4./5. Juni 2019, organisiert von Caroline Ballebye Sørensen und Elisabeth Berg), „Memory: Creation, Practice and Transmission” (Basel, 21./22. Juni 2019, organisiert u.a. von Madita Knöpfle und Balduin Landolt), „The Medieval Author. A Phantasm?“ (Tübingen, 24./25. Juli 2019, organisiert u.a. von Lukas Rösli) sowie „Episcopal Sees and Monasteries – Textual Practices and Networks in Late Medieval Iceland and Sweden“ (14./15. Oktober 2019, Basel, organisiert u.a. von Lena Rohrbach) beteiligt.


50-jähriges Jubiläum der Nordistik Schweiz
Im Jahr 2019 feierten die nordistischen Abteilungen der Universitäten Basel und Zürich ihr fünfzigjähriges Bestehen. Zu diesem Anlass fand am 1. März ein gemeinsamer Festakt in Basel und Zürich unter Beteiligung der nordischen Botschaften und mit Vorträgen von Pernille Hermann (Aarhus), Mats Malm (Göteborg), Klaus Müller-Wille (Zürich) und Lena Rohrbach (Basel/Zürich) statt. Weiterhin wurden insgesamt vier Exkursionen in Basel, Zürich, der Innerschweiz und der Romandie auf den Spuren skandinavisch-schweizerischer Beziehungen ausgerichtet und eine Ausstellung zu Andreas Heusler in der Universitätsbibliothek Basel organisiert. Die SGSS beteiligte sich an der Ausrichtung der Feierlichkeiten; in der Schriftenreihe der Gesellschaft erschien anlässlich des Jubiläums der Band 50 Jahre Skandinavistik in der Schweiz, eine Geschichte der beiden Institute, herausgegeben von Jürg Glauser.


Vorträge
Lukas Rösli (Zürich): Der Einsiedler von Thule und die Basler Nordistik/Nordische Philologie (Basel, 15.3.); Sara Dixon (Stockholm): Rebell i societeten. Om Ellen Roosval von Hallwyls liv och konstnärsskap (Schloss Hallwyl, 27.4.); Gísli Sigurðsson (Reykjavík): The art of storytelling as a mapping device for routes and places of interest far and near (Basel, 30.4.); Svanhildur Óskarsdóttir (Reykjavík): Why we need a new edition of Njáls saga (Basel, 28.10.); Massimiliano Bampi (Venedig): Übersetzung als Adaption. Zur Rezeption von Chrétiens Yvain im skandinavischen Mittelalter (Zürich, 13.11.); Atli Magnus Seelow (Göteborg): Schönheit und Festlichkeit. Die Stockholmer Ausstellung 1930, das Akzeptiere-Manifest und der Durchbruch des Funktionalismus in den nordischen Ländern (Zürich, 10.12.).


Publikationen
Die SGSS gibt im Narr Francke Attempto Verlag, Tübingen, die Schriftenreihe Beiträge zur Nordischen Philologie (BNPh) heraus. Im letzten Jahr sind vier Bände erschienen:
Petra Bäni Rigler: Bilderbuch – Lesebuch – Künstlerbuch. Elsa Beskows Ästhetik des Materiellen (Bd. 61)
Kathrin Hubli: Kunstprojekt (Mumin-)Buch. Tove Janssons prozessuale Ästhetik und materielle Transmission (Bd. 62)
Jürg Glauser (Hrsg.): 50 Jahre Skandinavistik in der Schweiz. Eine kurze Geschichte der Abteilungen für Nordische Philologie an der Universität Basel und der Universität Zürich (Bd. 64)
Elena Brandenburg: Karl der Große im Norden. Rezeption französischer Heldenepik in den altostnordischen Handschriften (Bd. 65)
Bisherige und zukünftige BNPh-Bände werden in Zukunft online verfügbar sein. Die Publikation geschieht über das Portal E-periodica, das von der ETH betreut wird (https://www.e-periodica.ch/). Für die publizierten Bände wurde mit dem Verlag eine Sperrfrist von zwei Jahren vereinbart.


Forschungsprojekte
Die Abteilung für Nordische Philologie der Universität Zürich und das Seminar für Nordistik der Universität Basel sind in ein internationales Forschungsnetzwerk zum Thema Nordic Memory Studies eingebunden. An der Universität Zürich ist das SNF-Ambizione-Projekt Gedächtniskultur im Paratext. Textränder altnordischer Prosahandschriften von Lukas Rösli angesiedelt. Das Seminar für Nordistik der Universität Basel war im Berichtsjahr am EUCOR-Forschungsprojekt Aesthetics of Protestantism in Northern Europe beteiligt.


Ausbildung, Information
Die SGSS beteiligt sich über die Abteilungen für Nordische Philologie an den Universitäten Basel und Zürich regelmässig an nationalen und internationalen Graduiertenkursen. Am 31. Januar und 1. Februar 2019 wurde in Zürich der Doktorierendenworkshop Transformationen und Entwicklungen spätmittelalterlichen isländischen Erzählens mit Doktorierenden aus Basel, Prag und Zürich ausgerichtet (Organisation Lea Baumgarten und Ranka Hafstað). Am 6. und 7. November fand der mediävistische Doktorierendenworkshop Memory and Narrativity in Old Norse Literature ebenfalls mit Doktorierenden der Universitäten Basel, Prag und Zürich statt.
Die SGSS gibt jeweils im Oktober und März das Bulletin Skandinavistik. Mitteilungsorgan der Schweizerischen Gesellschaft für Skandinavische Studien heraus. Es informiert über die Aktivitäten der Gesellschaft und andere Veranstaltungen und Ereignisse in der schweizerischen und internationalen Skandinavistik.


Exkursionen
Die Gesellschaft beteiligte sich im vergangenen Jahr an einer gemeinsamen Exkursion der Abteilung für Skandinavistik der Universität Zürich und des Seminars für Nordistik der Universität Basel auf die Färöerinseln.


2. Kooperationen und internationale Beziehungen
Viele Aktivitäten der SGSS sind eng mit den wissenschaftlichen Netzwerken und Kooperationen verknüpft, welche die Abteilungen für Nordische Philologie in Basel und Zürich mit Instituten in Skandinavien pflegen. Neben dem engen Kontakt zum Centre for Scandinavian Studies in Lund und Kopenhagen, in deren Leitungsgremium Mitglieder der SGSS tätig sind, sind unter anderem Kontakte zum Centre for Medieval Studies (Universität Bergen), dem Institutt for lingvistiske og nordiske studier (Universität Oslo), der Arnamagnäanischen Sammlung in Reykjavík sowie zum Hans Christian Andersen Center (Syddansk Universität Odense) vertieft worden. Mitglieder der SGSS waren an wichtigen internationalen Fachtagungen der Skandinavistik vertreten.
Im Berichtsjahr wurde das Vorstandsmitglied Klaus Müller-Wille mit einem international renommierten Preis der Schwedischen Akademie zur Vermittlung der schwedischen Kultur im Ausland ausgezeichnet.


3. Öffentlichkeitsarbeit
Die von der SGSS durchgeführten Tagungen und Vorträge sind öffentlich zugänglich. Sie sind auch auf der Website der SGSS einsehbar.


Am 2. Dezember 2019 fand die Buchvernissage Poetik des Materiellen u.a. anlässlich der Neuerscheinung der in der Publikationsreihe der Gesellschaft erschienenen Dissertationen von Petra Bäni und Katharina Hubli statt.
Mitglieder der SGSS beteiligten sich im Berichtsjahr an mehreren Lesungen skandinavischer Autoren, die in der Schweiz organisiert wurden. Im Jahr 2019 waren dies Lesungen von Steinunn Sigurðardóttir mit ihrer Übersetzerin Tina Flecken (Buchhandlung Labyrinth, Basel, 26.2), Kim Leine (Literaturhaus Zürich, 10.4.), Kim Leine und Heine Bakkeid (Basel, 11.4.), Cecilie Løveid und Roskva Koritzinsky (Literaturhaus Basel, 22.10.), Cecilie Løveid (Zürich, 23.10.), Hanne Ørstavik (Literaturhaus Zürich, 21.10.), Eivind Hofstad Evjemo und Hildegunn Øiseth (Basel, 4.11., Zürich, 5.11.), Arne Johnsson (Zürich, 21.11., Basel, 22.11.).
Weiterhin fand in Basel und Zürich eine Filmvorführung des Films Älven min Vän mit einleitendem Vortrag der Filmemacherin Hannah Ambühl statt (Basel 19.11., Zürich, 12.12.).


Im Berichtsjahr ging die neue SGSS-Website online. Das Format der Website wurde von Magnolia zu Typo3 migriert. Mit dem neuen Content Management können die Rubriken der Gesellschaft übersichtlicher und zeitgemässer gestaltet werden (Aufrufe 11/2019: 162, 12/2019: 139).


Lena Rohrbach