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Schweizerische Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften

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Fokus: Altersfreundliche Umgebungen schaffen

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Mit dem Jahr 2020 begann die «Decade of Healthy Ageing». So lautet der Name einer Kampagne der Weltgesundheitsorganisation (WHO), die das Ziel verfolgt, Akteure aus Politik, Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Medien zusammenzubringen, um während zehn Jahren an der Verbesserung der Lebensqualität von älteren Menschen zu arbeiten.

Gesundes Altern ist im Verständnis der WHO keine Frage der Spitzenmedizin, sondern ein Prozess, in dem der Fokus auf der Fähigkeit der Menschen liegt, das «zu sein und zu tun, was sie wertschätzen» («to be and do what they have reason to value»). Es geht nicht so sehr um einzelne Symptome oder darum, neues Wissen zu generieren und neue Technologien zu entwickeln, als den Menschen als Ganzes zu betrachten und das bestehende Wissen in den Alltag zu implementieren. Dazu gehört beispielsweise die Förderung einer alltäglichen Umgebung, welche die den Bedürfnissen der älteren Bevölkerung gerecht wird und deren Gesundheit, Autonomie, Selbständigkeit und Partizipation fördert.

Die Studie «Altersfreundliche Umgebungen in der Schweiz», erschienen Ende Januar im Auftrag der «a+ Swiss Platform Ageing Society», liefert erstmals eine gesamtschweizerische Bestandsaufnahme zur strategischen Altersarbeit in den Schweizer Gemeinden (Medienmitteilung mit den wichtigsten Ergebnissen hier). Wie sind die Gemeinden in der Schweiz aufgestellt, um der demografischen Alterung zu begegnen?

Exemplarische Alterspolitik in der Stadt und auf dem Land

Wenig überraschend gilt: Je urbaner die Gemeinde, desto umfassender die Alterspolitik. Eine weitsichtige zeitgemässe Alterspolitik ist aber keineswegs nur ressourcenstarken grossen Gemeinden vorbehalten und muss nicht zwingend von politischen Gremien, also von oben, initiiert sein. Dies zeigen unter anderen die ganz unterschiedlich gelagerten Beispiele von Chavannes-près-Renens im Kanton Waadt und Tenna im Bündner Safiental.

Die Kleinstadt Chavannes mit knapp 8000 Einwohnerinnen und Einwohnern beteiligt sich seit Mai 2019 in Zusammenarbeit mit der Universität Lausanne am Programm «Cause Commune», in dem Forscher mit Sozialarbeitern zusammenarbeiten, um die Bedürfnisse verschiedener Altersgruppen in der lokalen Bevölkerung zu ermitteln und so eine Grundlage für konkrete, partizipative Massnahmen zu legen. Chavannes wurde von den Autoren der Studie «Altersfreundliche Umgebungen» als eines von drei Best-Practice-Beispielen ausgewählt. Man habe zeigen wollen, dass auch kleinere Gemeinden, die nicht über die Mittel von urbanen Zentren verfügen, eine exemplarisch gute Alterspolitik machen können, sagt Lea Berger, welche die Studie seitens der Plattform Ageing Society betreut hat, gegenüber 24 heures.

In Tenna, einem kleinen Dorf in der Surselva, gründeten Angehörige von pflegebedürftigen Personen zusammen mit Pflegefachkräften 2016 den Verein «Tenna Hospiz». Er hat das Ziel im Dorf einen hindernisfreien Arbeits-, Wohn- und Sozialraum zu schaffen, einen Ort «der sich für Bergler wie Zuhause anfühlt, auch wenn das Leben zu Hause zu schwierig wird», schreibt Vereinsmitglied Othmar F. Arnold im Ageing Society-Blog der Akademien Schweiz.

Beide Projekte setzen – auf unterschiedliche Weise – von Beginn weg auf einen praxisnahen, partizipativen Ansatz. Einen solchen Ansatz wird auch die nationale Tagung «Altersfreundliche Umgebungen: integrierte Wohn- und Sozialräume als Chance für alle!» (14. September, Kursaal Bern) verfolgen, welche die SAGW derzeit im Auftrag der a+ Swiss Platform Ageing Society vorbereitet: Neben anderen Formaten liegt ein besonderer Akzent auf einem «Marktplatz», auf dem Best-Practice-Projekte aus der ganzen Schweiz vorgestellt werden und die verschiedenen Akteure die Gelegenheit haben, in einen Austausch zu treten.